Was bedeutet Backup & Recovery gestern und heute?

Software

Backup und Recovery ein Thema, was seit dem Beginn der Computertechnik immer wieder eine Rolle spielt. Ein Thema, was sich mit dem Wandel im Computerzeitalter immer wieder ändert und wo immer wieder Anpassungen an der Tagesordnung sind, da es anders nicht geht. Hierbei gibt es eine Menge Unterschiede zwischen Privatanwendern, kleineren und mittleren und den großen Unternehmen.

Backup bedeutet in erster Linie einfach gesagt, Datensicherung. Sprich vorhandene Daten auf einem anderen Speichermedium abzulegen, als dem wo die Daten aktuell genutzt werden. Oder aber eine Kopie von Daten zu erstellen, sollte etwas schief gehen. Recovery ist nach einem Ausfall die Wiederherstellung des letzten funktionierenden Zustandes eines Computersystems oder einer Software.

Was kann alles schief gehen?

Im einfachsten Fall stützt die Software ab, mit der gerade gearbeitet wird. Sei es nun, weil auf dem PC zu viele Prozesse gleichzeitig laufen oder aber, weil nach einem Update der Anwendung bzw. des Betriebssystems die Softwareversion nicht mehr funktioniert.

Komplizierter wird es, wenn das Mainboard oder eine der Komponenten auf dem Mainboard nicht mehr arbeitet, wie zum Beispiel der Arbeitsspeicher.

Der schlimmste Fall, ist, dass das benutzte Speichermedium selbst nicht mehr funktioniert.

In einer größeren Arbeitsumgebung gibt es noch mehr Fälle, da hier oft Betriebssysteme und Serverdienste virtualisiert sind und auf verschiedenen Hochleistungsrechnern laufen und diese in einem Netzwerkverbund NAS (Network Attatced Storage) laufen und teilweise über eine Software Plattform verwaltet werden.

Hier kann zum Beispiel eine Oracle Applikation ausfallen, weil das Storage nicht mehr geht oder weil die Applikation selber ausfällt oder oder oder.

Backup Sicherung einer Datei

Wie geht man damit um, um Datenverluste zu vermeiden?

Auch hier gibt es verschiedene Ansätze, welche ich versuche im Laufe dieses Artikels aufzulösen.

Was passiert, wenn im Laufe des Betriebes eine Applikation ausfällt, weil sie sich aufhängt?

Als erste Maßnahme, wenn es sich um ein zu bearbeitendes Dokument handelt, hat man dies hoffentlich immer zwischen gespeichert oder die Applikation selbst speichert aller paar Minuten zwischen durch ein Update. Hier kann im Normalfall die Applikation wieder gestartet werden und man arbeitet dort weiter, wo die letzte Speicherung erfolgt ist. Normalerweise fertigt mittlerweile heute auch fast jedes Programm einen Wiederherstellungspunkt an. Wenn man diese dann wieder öffnet, wird man gefragt, ob die Datei wieder hergestellt werden soll.

In kleineren Umgebungen oder im privaten Bereich, reicht es oft aus diese Dateien auf einem Bild externen Speichermedium als Kopie zu hinterlegen, um im Falle des Falles diese Datei wiederherstellen zu können. Wer dies regelmäßig macht oder machen muss, der sollte hier eine Software einsetzen, damit diese Datensicherungen auch archiviert sind und man die entsprechende Datei zügig wiederfindet.

In der Vergangenheit wurden diese Dateien meist je nach Rechner, zum Beispiel bei DOS Rechnern und DOS Anwendungen direkt auf Diskette oder Band gespeichert und man hat von der Diskette einfach eine Sicherungsdiskette angelegt und auch archiviert. Weil der Speicherplatz auf einem Rechner einfach zu klein war.

Seit es CDs und DVDs gibt, sind auch die Kapazitäten der Festplatten in den Rechnern explodiert, wie auch deren Leistungen und Geschwindigkeiten. Daher werden hier heute die Dateien direkt auf der Festplatte belassen und man speichert meist eine Kopie der relevanten Daten auf einer anderen Partition für den Fall, dass das Betriebssystem abstürzt und neu Ausgesetzt werden muss.

Um zusätzlichen Schutz zu haben, sollte auch eine Kopie auf einem externen Speichermedium abgelegt werden. Wie wir sehen, haben wir hier schon mindestens drei Kopien einer Datei als Sicherheit. Wenn man noch die Sicherheitskopie der Anwendung hinzurechnet, für den Fall, dass sich diese aufhängt sind wir bei bereits vier. Jeder der ganz sicher gehen will oder auch abhängig vom Rechner ist. Der hat noch eine Spiegelplatte, wo das gesamte System wie es auf dem Rechner installiert ist, gespiegelt wird. Nur für den Fall, dass der PC ausfällt. Damit sind wir bereits bei sechs Kopien, bei einem gut organisierten Privatanwender oder aber bei einem Einzelunternehmer. Eine auf der Arbeitspartition und eine auf einer weiteren Partition. Daher komme ich in meinem Beispiel auf sechs.

Wenn ich es jetzt noch auf die Spitze treibe und als Beispiel eine steuerrelevante Datei nehme, legen viele wie auch ich einen Ordner für das Steuerjahr an und dort werden oft alle für das Jahr relevanten Dateien abgelegt, um diese im Falle des Falles schnell zu finden. Damit sind wir bei sieben Kopien von nur einer Datei.

Jeder der sich dann noch ein Archiv anlegt, da ja bestimmte Informationen und Daten archiviert werden müssen, ist dann auch schnell bei acht Kopien.

Wenn man hier nicht aufpasst, bekommt man schnell Datenmüll auf den Platten.

Daher sieht man schon, dass man selbst bei einer kleinen Umgebung, um entsprechende Software nicht Drumherum kommt. Denn im Schnitt existieren pro Datei heutzutage rund elf Kopien.

Backup Sicherung einer Datei im Netzwerk

Wie sieht es bei größeren Umgebungen aus?

In komplizierteren Umgebungen, wo ich physische Server in Kombination mit Virtuellen Maschinen einsetze (Abk. VM’s), wird das Ganze noch interessanter.

Früher wurde alles auf Band gesichert, erst auf Papier Bändern, dann auf digitalen Bändern. Dabei war es recht umständlichen eine Wiederherstellung durchzuführen und auch recht zeitintensiv.

Heute unterscheidet man, ob es sich um physische Server handelt, wo nur Files (sprich Dateien) gesichert werden müssen oder zusätzlich ebenfalls die Stadien der Anwendungen, die auf diesen laufen, wie z. B. Oracle oder Exchange. Solange diese nicht virtualisiert sind. Dies ist dann wieder ein neuer Fall.

Reine Datensicherung beim physischen Server

Handelt es sich erstmal nur um reine Daten, die auf einem physischen Server liegen, dann sollte man als erstes prüfen, welche der Daten archiviert werden können. Denn alles was man auf preiswerten Storage oder auf Band sichern respektive archivieren kann, spart Zeit beim Backup und eine Menge Platz auf dem Hauptstorage, da dies in der Regel sehr teuer ist. Hinzu kommt, je weniger Daten mein Hauptstorage belegen, desto schneller ist es und hilft dem Storage Administrator auch dabei Performanz Anforderungen einzuhalten. Und am Ende des Tages kann man eventuell auch Geld bei der Backup Software sparen, da es hier immer meist um die Front Ende Capacity geht, über welche das Backup gemacht wird.

Wer die Daten on demand braucht egal was mit dem Storage ist, wird normal noch einen Spiegel Server haben, welcher synchron gespielt wird. Dort setzt dann eigentlich auch die Backup Software an, da in diesem Fall, die Datensicherungen vom Spiegelserver gemacht werden.

Was ist eigentlich, wenn Programm auf einen physischen Server laufen?

Anwendungen auf einem physischen Server ist die nächste Hürde. Wenn nur das Storage abstützt und man hat nur einen Rechner, dann kann man mit regelmäßig angelegten Wiederherstellungspunkten dies einfach herstellen.

Was allerdings nichts nutzt, wenn die Anwendung verändert wurde und regelmäßig abstützt. In diesem Fall kann nur eine Neuinstallation erfolgen.

Im Fall dessen, dass das Programm auch das Betriebssystem zum Absturz bring, kann man mit regelmäßig angelegten Systembackup CDs oder auch DVDs eine Wiederherstellung oder Recovery durchführen.

Bei größeren Arbeitsumgebungen sieht das ganze komplizierter aus. Da hier die Anwendungen oft von mehreren Benutzer genutzt wird. In solch einem Szenario spielt Zeit eine sehr große Rolle. Da die Anwender ja weiter arbeiten wollen oder müssen, damit ein Unternehmen Gelder verdient und nicht verliert.

Hat die Firma einen Spiegelserver und es ist nur das Storage abgestützt, dann arbeitet man einfach auf diesem weiter und keiner merkt etwas. Bis der eigentliche Server wieder betriebsbereit ist.

Sollte es ein Problem mit der Applikation geben, die viele nutzen, z.B. Oracle, dann werden schrittweise die Snapshots wiederhergestellt, bis zu dem Zeitpunkt, wo die Applikation das letzte Mal einwandfrei gearbeitet hat. Je nachdem, welche Backup Lösung im Einsatz ist, kann dies nur wenige Minuten dauern oder aber auch Stunden bzw. Tage.

Backup Sicherung einer Datei im Netzwerk mit Spiegelserver

Wie funktioniert die bei VM’s?

VM’s sind Virtuelle Maschinen, das bedeutet man hat eine Software wie VMware oder Hyper-V, in dieser Software wird eine Anwendung installiert und dieser Anwendung gaukelt diese Software vor, dass die Anwendung auf einem physischen Server oder Rechner installiert ist. Sprich dem Programm gegenüber wird ein physischer Rechner simuliert. Die macht man oft, wenn man die Capacity oder Leistung eines Rechners komplett ausnutzen will, da nicht jede Anwendung immer gleich stark genutzt wird.

Am Ende ist eine VM auf dem physischen Server selbst nur eine Datei. Von dieser kann man einerseits eine Sicherungskopie speichern. Da man aber oft gezwungen ist, bei der Wiederherstellung an derselben Stelle weiter zu arbeiten, an welcher die VM aufgehört hat zu funktionieren. Hat man hier ebenfalls die Möglichkeit Snapshots zu machen. Dies kann entweder durch die Virtualisierungssoftware selbst erfolgen oder durch eine Backup Software.

Welche Probleme können auftreten?

Wenn man nur eine Art der Datensicherung benötigt, dann funktioniert eigentlich immer alles reibungslos. Es sei denn, man hat viele Daten. Denn eine Standard Backupsoftware sichert alles immer wieder und achtet nicht auf das alter von Daten. Die Folge ist, dass der Hauptdatenträger immer weniger Platz hat wie auch der Backup- oder Spiegelserver. Die Folge ist, dass die Anwendungen z.B. ein Exchange Server an Performanz von verliert.

In solch einem Fall sollte man über Archivierung nachdenken. Weil in einer Archivierung Software eingestellt werden kann, wie alt Daten sein dürfen, damit sie das Kriterium einer Archivierung erreichen. Dann werden diese Daten ausgegliedert und auf einem preiswerteren Archivierungsstorage abgelegt. Die einzige Hürde, welche überwunden wie den muss, ist, dass Backupsoftware und Archivierungssoftware zusammenarbeiten.

Da viele Unternehmen allerdings für verschiedene Bereiche oft einen anderen Softwarehersteller einsetzen kann das schon mal zu Problemen führen.

Auch sollte eine Backupsoftware die Möglichkeit haben, die Datensicherungen und Archivierungsprozesse zu indexieren. Damit man im Fall des Falles weiß wo sich was befindet, zur schnellen Wiederherstellung.

Last but not least, wer eine gute Archivierung Software einsetzt, die mit der Backupsoftware kommuniziert, der wird sehen, dass bei den Standarddaten die alten Daten ebenfalls zu sehen sind. Dies sind dann aber nur Verknüpfungen zum Archiv, was eben diesen Platz auf dem Hauptstorage und Backupstorage schafft, den man braucht.

Was ist mit dem Thema Cloud?

Ein aufregendes Thema ist der neue Trend Cloud, da immer mehr Unternehmen mit ihren Daten und auch Anwendungen in die Cloud gehen. Hierbei ist allerdings das Problem, wie bekommen ich meine Backupdaten in die Cloud, bzw. Wie schütze ich die Daten in der Cloud.

Aber auch dafür gibt es Antworten. Trotzdem muss man sich auch bei dem Thema Cloud Überlegenheit, ob man die Daten und Applikationen mit einer Einzellösung schützt oder ob man nicht besser eine Software hat, die meine Daten schützt egal wo sie sich befinden. Denn Einzellösungen reden fast immer nicht miteinander.

Ich hoffe dieser Artikel hat euch einen kleinen Überblick über die verschiedenen Bereiche gegeben, wo das Thema Backup / Recovery und Archivierung eine Rolle gespielt hat und auch noch spielt.

Über Michael Bergler 683 Artikel
Mein Name ist Michael Bergler ich stamme aus Sachsen und habe seit 10 Jahren die Leidenschaft mich mit HTML, PHP, Bildbearbeitung und Perl zu beschäftigen. Seit 2011 lebe ich in Chemnitz und arbeite als Selbständiger in dem Bereich Informationstechnologie (IT), Büroservice und Telefonmarketing. In meinem Blog, online seit Dezember 2010, geht es um die Ausbildung zum IT-Systemkaufmann, Games und alles rund um den PC. Von daher lag es nah eine Umschulung 2006 – 2009 in dem Beruf IT-Systemkaufmann zu absolvieren, welche ich dann auch im Januar 2009 erfolgreich abgeschlossen habe. Ich bin in Leipzig geboren und in der Umgebung von Dresden aufgewachsen.

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