Grundlagen der Mediengestaltung (Teil 3 Grundlagen für das Layout)

Zu den Grundlagen der Mediengestaltung gehört ebenfalls das Thema Layout. Das ein richtiges Layout von entscheidender Bedeutung im Bereich Mediengestaltung ist versteht sich von selbst. Im 2. Teil ging es um das Thema Formate.

Layout und visuelle Wahrnehmung im Bereich Mediengestaltung

Jeder Mensch hat eine eigene visuelle Wahrnehmung, diese beruht allerdings immer auf dem Vergleich zwischen dem zu betrachtenden Gegenstand und der Umwelt. Das bedeutet, dass diese in Beziehung zu anderen Gegenständen gebracht werden, dadurch werden die Eigenschaften des einzelnen Gegenstandes nicht absolut erfahren.

Ohne Hilfsmittel kann der Mensch von betrachtenden Objekten nur relative Eigenschaften feststellen.

Hier ein einfaches Beispiel mit der simplen Frage: Welche Strecke ist länger?

Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung 1Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung

In einer folgenden Tabelle zeige ich einige

einige visuell erfahrbare Merkmale und ihre Gegensatzpaare
auf. Als Beispiel wird hier ein Objekt in einem Viereck verwendet. Quelle: Michael Goller,
Diplomarbeit, HTW Mittweida; 1999; Auszüge online unter
http://www.michaelgoller.de/texte/mediendesign

Merkmal Gegensatzpaare Beispiel
Anordnung rechts – links
oben – unten
Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 1
Farbe satt – getrübt
hell – dunkel
kalt – warm etc.
Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 2
Helligkeit hell – dunkel Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 3
Form rund – eckig
schmal – breit
einfach – komplex etc.
Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 4
Textur grob – fein
offen – dicht
matt – glänzend
regelmäßig – unregelmäßig
transparent – opak
Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 5
Richtung konzentrisch – exzentrisch
gerade – gekrümmt
nach vorn – nach hinten
nach oben – nach unten etc.
Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 6
Größe groß -klein Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 7
Räumlichkeit links – rechts
oben – unten
nah – fern
Grundlagen der Mediengestaltung visuelle wahrnehmung Beispiel 8
Bewegung schnell – langsam
gleichmäßig – ungleichmäßig
außervisuell hart – weich
schwer – leicht
laut – leise

Natürlich ist die visuelle Wahrnehmung nicht nur durch die Vergleiche von Objekten geprägt. Jeder hat auch visuelle Grunderfahrungen, welche bei der Interpretation von Objekten herangezogen wird.

Zu diesen visuellen Grunderfahrungen werden folgende gezählt:

  • Schwerkraft und Gleichgewicht
  • Symmetrie
  • Senkrechte
  • Licht und Schatten
  • Steigen und Fallen bzw. Rechts und Links
  • Reduktion und Ergänzung
  • Punkt, Linie und Fläche
  • Raum
  • Farbe
  • Zeit

Beispiele solcher visueller Grunderfahrungen:

Schwerkraft und Gleichgewicht

Jeder wird beim Betrachten von grafischen Elementen und Darstellungen auch die virtuelle Schwerkraft wahrnehmen bzw. hinein interpretieren. Das muss man dies bei eingefügten Objekten immer berücksichtigen. Klassizistische Antiqua-Schriften sind ein gutes Beispiel für die bewusst benutzte Wirkung der Schwerkraft. Dadurch, dass die senkrechten Linien stärker sind, verleihen sie den geschriebenen Buchstaben mehr Halt, ein Querstrich ist immer oberhalb der geometrischen Mitte und wirkt daher optisch mittig.

Es sollte auch wie in der realen Umwelt ein massenmäßiger Ausgleich stattfinden, denn sonst kippt die Darstellung ab. Daher müssen sich die Elemente des Bildes, um eine senkrechte Linie optisch in Wage halten.

Symmetrie

Wir finden überall in der Umwelt Symmetrien vor, auch beim Menschen selbst. Wenn man allerdings zu symmetrisch in seinen Darstellungen arbeitet, kann dies auch wieder statisch wirken. Deswegen benutzt man, um Dynamik zu erzeugen, meist die Asymmetrie.

Senkrechte

Um den Auge Halt zu geben nutzt man senkrechte Linien als Elemente. Zudem stützen diese die Elemente der Fläche. Um mehr offene Wege hineinzubringen werden Waagerechte Elemente eingefügt, diese wirken gleichzeitig als Horizont.

Licht und Schatten

Da es kulturell bedingt ist, das wir von links nach recht Lesen, hat dies aus Auswirkungen auf die Elemente Licht und Schatten in der Mediengestaltung. Denn fast jeder Betrachter erwartet einen Lichteinfall von links oben nach rechts unten. Es ist nur logisch, das Objekte mit einem Lichteinfall von links oben als hervorstehende Objekte betrachtet werden. Im Gegensatz dazu betrachtet man Objekte, die andersherum dargestellt werden als zurückgesetzt. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Anwendung von Buttons bei Computerprogrammen.

Durch die Verwendung von Licht und Schatten erreichen wir, das Darstellungen plastischer virtueller wirken. Man kann durch geschickte Verwendung sogar Tagezeiten vorgaukeln.

Steigen und Fallen

Linien von links unten nach rechts oben werden in der Regel als steigende Linien wahrgenommen. Hingegen wird alles von links oben nach rechts unten negativ bewertet und als abfallend interpretiert.

Reduktion und Ergänzung

Da der Mensch dazu neigt, bei grafischen Elementen räumliches Grundformen zu erkennen, findet automatisch eine Reduktion bzw. Ergänzung statt.

Punkt, Linie und Fläche

Wie jeder weiß ist der Punkt immer das kleinste Element einer Darstellung. Er wirkt auch als statisch bzw. unverrückbar. Um diesen in Bewegung zu versetzen wird er automatisch zur Linie, wobei diese wiederum auch zu Begrenzung von Flächen genutzt wird. Der der Mensch seine visuelle Wahrnehmung immer Vergleicht oder durch Erfahrungen ergänzt, orientiert er sich am besten auf einer Fläche. Denn diese ist so  was wie ein Spiegelbild seines Lebensraumes. Die Erkennung bzw. Wahrnehmung einer Fläche, ob nun in der Mediengestaltung oder in der realen Umwelt erfolgt immer anhand von Farben, Strukturen oder sichtbaren Begrenzungen. Begrenzungen selbst sind um so deutlicher je stärker der Begrenzungskontrast ist.

Reduziert man ein Darstellung auf Kontraste so erhält man eine Strichzeichnung.

Raum

Durch räumliche Seherfahrungen, kann der Mensch auf einer zweidimensionalen Darstellung einen Raum interpretieren. Dies wird verstärkt sobald noch Objekte mit ins Spiel kommen bei denen das einer größer als das andere dargestellt wird oder sogar ein Objekt ein anderes zum Teil verdeckt.

Farbe

Die Wirkung von Farben wurde bereits führ erforscht. Dabei ist die Wirkung einer Farbe auch immer vom Kulturkreis abhängig aus welchem ein Betrachter stammt. So steht in unserem Kreis Weiß für Unschuld oder Reinheit wiederum in anderen Kulturkreisen steht diese für Trauer.

Zeit

Jeder Betrachter benötigt Zeit, um das Wesentliche zu finden. Denn man betrachtet ein Bild oder eine Darstellung erst im Gesamten, um sich zu orientieren. Erst danach werden Details wahrgenommen und in Zusammenhang gebracht. Dies kann man geschickt nutzen, um jemanden auf das Wichtige im Bild zu lenken.

Fazit

Wer das richtige Grundwissen in der Mediengestaltung hat, kann bei deren Einsatz geschickt auf das aufmerksam machen, was er bei dem Betrachter erreichen will.

Zur Einleitung

Zum 2. Teil

Zum 4. Teil

Zum 5. Teil

 

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Über Michael Bergler 687 Artikel
Mein Name ist Michael Bergler ich stamme aus Sachsen und habe seit 10 Jahren die Leidenschaft mich mit HTML, PHP, Bildbearbeitung und Perl zu beschäftigen. Seit 2011 lebe ich in Chemnitz und arbeite als Selbständiger in dem Bereich Informationstechnologie (IT), Büroservice und Telefonmarketing. In meinem Blog, online seit Dezember 2010, geht es um die Ausbildung zum IT-Systemkaufmann, Games und alles rund um den PC. Von daher lag es nah eine Umschulung 2006 – 2009 in dem Beruf IT-Systemkaufmann zu absolvieren, welche ich dann auch im Januar 2009 erfolgreich abgeschlossen habe. Ich bin in Leipzig geboren und in der Umgebung von Dresden aufgewachsen.

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